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Panorama auf Cres

Cres: Wo es nach Salbei, Thymian und Rosmarin duftet

Wandern, baden, eigene Weintrauben essen, Tintenfisch genießen, Eskapaden mit dem Fahrrad und der Duft nach wilden Kräutern und mediterranen Wäldern: Cres im Nordwesten von Kroatien hält viele Abenteuer bereit. Ein Urlaub mit allen Sinnen – wir geben Ihnen Reisetipps und hoffen, dass Sie sich so Ihren perfekten Cres-Urlaub selbst zusammenstellen können.

Inhaltsverzeichnis
Fortbewegung
Unterkünfte
Die besten Städte und Dörfer
Die wundervollsten Strände
Aktivitäten auf Cres
Kulinarisches
Flora und Fauna
Gut zu wissen

Fortbewegung

Wir selbst sind mit dem Auto aus Deutschland angereist und können dies nur empfehlen. Es macht flexibel, denn viele Busse und Fähren fahren nur einmal am Tag in die eine und einmal in die andere Richtung. Mit dem Auto können Sie morgens so lange schlafen und frühstücken, wie Sie möchten, und danach auch zu abgelegenen Orten gelangen und unterwegs anhalten, um die atemberaubende Aussicht zu genießen. Wer hat, kann sich ein eigenes Kanu mitnehmen. So können Sie zügig und umweltschonend zu Buchten gelangen, die Sie weder mit dem Auto noch zu Fuß erreichen.

Unterkünfte

Hauptunterkünfte auf Cres sind Ferienwohnungen und Campingplätze, aber auch Hotels werden in allen Preisklassen angeboten.

Ferienwohnung

Ferienwohnungen haben den Vorteil, dass sie viel Ruhe und Privatsphäre bieten. Schauen Sie auf einer Karte genau, wo sie liegen, beispielweise die Entfernung zum Strand, zum Supermarkt und zu Restaurants kann wichtig sein. Schauen Sie auch, wie die Entfernung in Höhenmetern ist, denn auch diese Recherche kann Ihnen viel Schwitzen während Ihres Urlaubs ersparen. Wir selbst hatten eine Haushälfte als Appartement in Miholašćica gemietet und fanden es super: Nur 4 min zu Fuß mit kaum erwähnenswerten Höhenmetern zum schönen Strand, mit dem Auto nur wenige Minuten zum gut ausgestatteten Supermarkt, ein nettes Restaurant im Dorf, und da das Dorf relativ in der Mitte der Insel liegt, sind alle Orte und Stätten in nicht allzu langer Zeit per Auto zu erreichen. Und eine wunderbare Überraschung: Unsere ganze Terrasse war mit köstlichen Weintrauben überrankt, die genau geerntet werden konnten, während wir da waren (Ende August, Anfang September). Allerdings gibt es auf der ganzen Insel tolle Ferienwohnungen, wie man in jedem Ort, den man besucht, sehen kann (zu erkennen an den kleinen blauen Schildern „Apartment“).

Campingplatz

Campingplätze haben wir einige auf unseren Wanderungen gesehen. Einen sehr guten Eindruck haben dabei der große in Cres-Stadt gemacht (viel Bespaßung für Kinder, einige Essenmöglichkeiten, FKK- und Textilstrände, Nähe zur kleinen Hauptstadt mit allen dazugehörigen Bequemlichkeiten), der in Martinscica (ruhig gelegen, Befestigung der außergewöhnlichen, tollen und vielen Klippenbademöglichkeiten) und der am Osor-Kanal (klein, mit tollem Blick auf das wunderschöne Osor). Gutes – vor allem für Familien – haben wir auch von dem großen Campingplatz Baldarin im Süden von Cres gehört; wir konnten ihn allerdings nicht besuchen, weil der Teil der Insel, auf dem das Areal liegt, nur von Campingplatz-UrlauberInnen betreten werden darf.

Die besten Städte und Dörfer

Die meisten Orte auf Cres sind entweder wunderschön (alte restaurierte Gebäude, kleine Gassen, viel Geschichte, tolle Aussichten) oder haben vorwiegend eine auf Schlafgäste ausgelegte Infrastruktur (Supermärkte, Restaurants, kleine Geschäfte für Badeutensilien). Die im Folgenden genannten Orte sind die, die vor allem wunderschön sind und einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Reihenfolge ist subjektiv und ist sicher nicht für alle dieselbe.

Osor

In Osor habe ich mich sofort total wohl gefühlt. Vielleicht lag es an der tollen Lage direkt am Cres-Lošinj-Kanal, daran, dass wir kurz vor Sonnenuntergang dort angekommen sind oder an der beeindruckenden Geschichte des Ortes. Der Ort ist miniklein, kaum vollstellbar, dass hier einmal 30.000 Menschen gelebt haben (heute sind es 80!). Osor gibt es seit der Antike und ist nicht nur die älteste Siedlung von Cres und Lošinj, sondern auch die erste bedeutende Stadt der beiden Erhebungen. Wandeln Sie durch das Örtchen und lassen Sie die liebevoll restaurierten Häuschen auf sich wirken. Sie werden auch an dem alten Kloster am Rande des Ortskerns entlangkommen, das von dem ehemaligen Reichtum der Küstenstadt zeugt. Ein Muss ist ein Essen im Restaurant Konoba Bonifacic: Schon der Weg vom Eingangstor zu Ihrem Tisch verdeutlicht die Kreativität und Liebe der innehabenden Familie zu ihrem Handwerk – aber warten Sie erst ab, wenn Sie das Essen serviert bekommen, es ist ein Genuss; und dies alles zu den üblichen Preisen – kein Wunder, dass einige nicht wie wir auf gut Glück hingehen, sondern einen Tisch reservieren.

Cres-Stadt

Die Hauptstadt von Cres ist wunderschön und bietet zugleich die Infrastruktur, die man von einer kleinen, aber viel besuchten Stadt erwartet: Einen großen Supermarkt, Tankstellen, viele gute Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten für schöne Erinnerungen oder Mitbringsel. Besuchen Sie die Läden am Hafen sowie den ganz kleinen Markt, der täglich direkt an der Loggia (ebenfalls am Hafen) stattfindet und wo nur lokale Produkte verkauft werden dürfen. Kommen Sie mit den Menschen ins Gespräch, fragen Sie, wo das alles angebaut und verarbeitet wird, Sie werden viel über Cres lernen. 

Sehenswert ist vor allem der Turm Creska kula, ein Überbleibsel der alten Stadtmauer – von oben können Sie sich auch gleich einen Überblick über die kleine Hauptstadt verschaffen. Wenn Sie durch den Ort schlendern und die Augen offen halten, werden Sie immer wieder restaurierte Teile der alten Mauer entdecken.

Wenn Sie ein kleines Spiel spielen wollen, trennen Sie sich am kleinen Hafen und entdecken Sie auf eigene Faust die engen Gassen des alten Stadtkerns – mal sehen, in welcher Nische oder unter welchem Haus Sie sich wiederfinden. Falls Sie die so ziemlich einzige geöffnete Kirche der gesamten Insel besichtigen wollen, dann werden Sie nicht am alten Kirchturm im Stadtkern fündig, sondern in der Kiche Samostan sv. Frane direkt an der Altstadt. Wer etwas mehr Zeit mitgebracht hat, kann auch am Wasser bis zum Plaža Kovačine am Pier entlanggehen.

Gerade freitags und sonnabends lohnt es sich, abends eine der Hafenbars aufzusuchen: Manche Bars haben Livemusik und es ist wahrscheinlich der einzige Zeitpunkt, zu dem man merkt, dass es wirklich eine Hauptstadt ist, zu der alle Insel-BewohnerInnen, die frei haben, abends pilgern.

Lubenice und Mali Podol

Wer die Straße nach Lubenice fährt (eine sehr enge Straße), kommt auf dem Weg gezwungenermaßen durch Mali Podol. In Mali Podol sehen sie ein Schild, auf dem „Feigeneis“ steht – halten Sie dort auf jeden Fall an. Die Betreiberin und ihr Mann haben sich den Aromen der Insel Cres verschrieben – und wenn Sie das Feigeneis probiert haben, werden Ihnen noch solche wundervollen und leichten Leckereien angeboten, es war der Himmel auf Erden. Wir haben verschiedene Limonaden getrunken und einen Minzkuchen gegessen, der so leicht und lecker (und sogar vegan) war, dass man von der Kunstfertigkeit der Inhaberin völlig überzeugt wurde. In Lubenice erwartet einen dann ein Spektakel ganz anderer Natur – ein winziges Dorf, aus den Steinen der Umgebung gebaut, mit noch ganz wenigen älteren BewohnerInnen – und einem Blick auf’s Meer, der einem die Sprache verschlägt. Sie können auf Ruinen klettern und von dort aus überlegen, ob Sie nun als erstes Archäologie studieren oder doch lieber anheuern sollten. Völlig unterbewertet wird das hiesige Schafmuseum – gehen Sie hinein, lernen Sie den tatsächlichen Wert der Insel kennen und beginnen Sie so, diese Insel samt Geschichte, Gegenwart und Menschen zu verstehen. Danach sollten Sie den einstündigen Fußmarsch hinunter zum Strand wagen – es lohnt sich!

Beli

In Beli hatten wir mehrere unerwartete Gefühlshöhepunkte – der Atem stockt einem beim Ausblickspunkt, die Augen stehen einem weit offen, wenn man tatsächlich über eine römische Brücke läuft und ein Juchzen entschlüpft aus der Kehle beim Ziplining überm Kiesstrand – aber alles der Reihe nach. Schon kurz nach dem Abbiegen von der D100 auf die Straße nach Beli denkt man, man ist in einem verwunschenen Elfenwald. In Beli selbst unternahmen wir erst einmal eine fabelhafte, mehrstündige Wanderung mit Start- und Endpunkt in Beli, um danach noch den Ort zu erkunden. Bevor Sie in den Ort hineingehen, also noch vor der Loggia (Säulenhalle am Ortseingang), sollten Sie den unscheinbaren Weg nach rechts nehmen, der sie auf einem kurzen Weg hinunter zur einzigen noch erhaltenen römischen Brücke der Kvarner-Bucht führt. Einst war dies der Weg zur Stadt. Wenn Sie wieder oben sind, gehen Sie in die kleine Stadt hinein. Automatisch gelangt man zum kleinen Kirchplatz und damit zu einem sehr romantischen Aussichtspunkt auf die großartige Bucht zwischen Cres und der ebenfalls kroatischen Insel Krk. Wollen Sie noch mehr Adrenalin, dann gehen Sie aus dem Stadtkern wieder hinaus und folgen Sie rechts der Straße zum Strand, um sich in das Ziplining-Abenteuer zu stürzen (alles sicher!); wer schlecht zu Fuß ist, kann zum Strand auch das Auto nehmen, aber ansonsten empfiehlt es sich zu Fuß, denn diese Anfahrt auf dem Rückweg möchten Sie Ihrem Auto sicher nicht antun… Das Ziplining bietet auf dem Rückweg auch genug Gesprächsstoff – „Konntest du die Aussicht genießen? Wie war es, als du über dem Hafen langgeflogen bist? Hast du den Ausblick auf die Bucht gesehen?“

Mali Lošinj

Mali Losinj

Mali Lošinj liegt nicht auf Cres selbst, allerdings waren Lošinj und Cres ursprünglich eine Insel, bis die Römer in Osor einen Kanal zwischen die beiden Erhebungen gebaut haben. Und während eines Urlaubs auf Cres, sollten Sie Mali Lošinj wirklich nicht verpassen – nicht nur die Erhebung sondern auch die Stadt ist völlig anders als das, was Sie auf Cres erleben. Besonders zu empfehlen ist das Museum des Apoxyomenos. Der kroatische Apoxyomenos ist die Bronzestatue eines jungen Athleten aus dem zweiten oder ersten Jahrhundert v. Chr. Das Museum stellt den originalen Apoxyomenos aus und ist der Unterwasserarchäologie gewidmet. Originell fanden wir die Innenarchitektur – jeder Ausstellungsraum bestand aus unterschiedlichem Material – einer aus Papier, einer aus Stoff, u. s. w. Nach dem Museum lohnt sich ein Spaziergang durch Mali Lošinj: Nicht nur die Kapitänshäuser im Hafen strömen ein wundervolles Ambiente aus – schlendern Sie auch durch die verwinkelten Gassen z. B. zur Kirche hoch – überall werden Sie kleine, durch wunderbare Pflanzen versteckte, schön restaurierte Häuschen entdecken. Mit einem Eis von einem der Hafencafés gehen Sie dann am besten noch auf die Halbinsel Čikat – früher ein Kur-Areal ist es heute ein Erholungsort, in dem die luxuriösen, farbenfrohen Kurhäuser in den blauen Buchten in Hotels umgewandelt wurden. Für den Abend reservieren Sie am besten einen Tisch im Aromagarten von Mali Lošinj. Sie können den Garten auch tagsüber besichtigen, aber abends, während Sie auf Ihr wundervolles lokales Menü warten, versprüht dieser Garten seine Aromen besonders toll (Ihr Gericht wird mit den garteneigenen Kräutern gewürzt sein): Sie wandeln unter Olivenbäumen, zwischen riesigen Lavendelsträuchern und Kakteen und können Ihre Finger an diesem und jenem Salbei- oder Thymianstrauch reiben. Unter einem der Olivenbäume setzen Sie sich auf eine kunstvolle Mosaikbank und schauen dem Esel bei seinem langsamen Tun zu. Wenn das in der Außenküche gekochte Menü fertig ist, gehen Sie zu Ihrem elegant und liebevoll dekorierten Tisch zwischen Kräutern und einheimischen Bäumen und genießen das Abendessen des heutigen Tages.

Die wundervollsten Strände

Bucht auf Cres

Packen Sie auf jeden Fall Badeschuhe und eine stabile Unterlage ein – die Strände auf Cres sind Kiesstrände und es gibt viele Seeigel im Wasser. Ich war bisher nur Sand gewöhnt und habe auf Cres Kiesstrände lieben gelernt: Die Kiessteine sind vom Wasser ganz glatt und angenehm warm, und vor allem wird man nicht dreckig und man muss sich nicht nach dem Strandbesuch die Sandkörner vom Körper waschen. FKK ist offiziell nur an den dafür ausgezeichneten Stränden erlaubt, allerdings haben wir überall – vor allem an den weniger frequentierten Stränden – Nacktbadende gesehen. Fast überall an den Küsten von Cres kann man baden, da das Wasser um die Insel herum sehr klar ist – entdecken Sie Ihr eigenes kleines Paradies! Wir haben sehr viele Strände ausprobiert. Die liebsten waren uns diejenigen, die wir für uns allein hatten oder wo nicht viele andere waren; diese drei beschreibe ich hier. Wichtig ist, immer Wanderschuhe im Auto zu haben, denn alle drei Strände erreicht man am besten in Wanderschuhen. 

Ustrine

Ustrine hat zwei Strände. Der, den wir empfehlen, heißt Pod Sadič. Er ist schwerer zu erreichen als der andere und damit kaum besucht. Zu Beginn waren wir allein dort, irgendwann kam noch ein anderes Pärchen. Der Strand ist in einer kleinen Bucht mit kleinen Felsen. Man kann da sehr gut schnorcheln. Parken Sie in Ustrine und gehen Sie dann zu Fuß – es ist aber ein Stück! Hinzu sind wir von Ustrine aus über einen kleinen Wanderweg zum Strand gelangt; es war etwas rutschig, also auf jeden Fall Wanderschuhe anziehen! Rückzu sind wir auf der kleinen Straße, die auch zum anderen Strand führt, gelaufen, weil wir dachten, es läuft sich dort besser, das war aber nicht der Fall: Hier gibt es keine Schattenmöglichkeit und die Straße ist steiler und damit unangenehmer als der Wanderweg – also besser auch zurück hoch nach Ustrine den Wanderweg nehmen.

Uvala Meli

Bucht auf Cres

Der Strand Uvala Meli liegt ganz im Südosten von Cres. Man kann mit dem Auto bis kurz vor den Strand fahren, allerdings ist der Weg ab dem Hafen von Punta Križa voller Geröll, sodass das Vorankommen nur sehr langsam und mit einer Last für die Reifen möglich ist. Wem sein Auto lieb ist, sollte am Hafen von Punta Križa parken und die Wanderschuhe auspacken. Zu Fuß ist der Weg sehr angenehm: Es gibt keine nennenswerten Steigungen, unterwegs kommt man an einer Ruine und an zahlreichen sehr alten Steinmauern zur Begrenzung der Olivenhaine vorbei, und mit etwas Glück sieht man die Damhirsche, für die dieser Teil der Insel bekannt ist. Der Strand selbst ist eher eine Bucht, und die meisten BesucherInnen liegen auch nicht am Strand (weil dieser voller Pflanzenreste ist, wenn auch getrocknet und weich), sondern auf den Felsen der Bucht. Das kann auch mal unangenehm werden, also besser eine Matratze mitnehmen. Die meiste Zeit liegt man aber wsl. nicht, sondern ist im Wasser. Das Wasser ist in der gesamten Bucht sehr flach und der Grund ist sandig, nicht kiesig (dadurch gibt es auch keine Seeigel) – ideal für Familien. Die Bucht ist stärker frequentiert als die in Ustrine, allerdings kommen die meisten nicht mit dem Auto hierher, sondern mit einem Boot oder einer Yacht – aber auch das hält sich in Grenzen. Uvala Meli eignet sich besonders gut für Flachwasserspiele (wie Fresco Bol, Frisbee etc.) sowie zum Schwimmen und Schnorcheln.

Lubenice

Der Strand von Lubenice ist der größte der hier beschriebenen. Man parkt in Lubenice und geht dann eine Stunde lang hinunter zum Strand (nicht zur Grotte, die aber auch schön ist). Wanderschuhe wieder anziehen, denn es gibt viel Geröll. Der Weg ist landschaftlich sehr abwechslungsreich und man hat schöne Aussichten auch auf Lubenice. Der Strand selbst ist langgezogen und besteht aus angenehm glattem Kies. Der Weg hinauf ist am schönsten während des Sonnenuntergangs und dauert genau so lang wie der Weg hinunter, weil man hochzu besseren Halt hat.

Aktivitäten auf Cres

Wandern

Die meisten Wanderungen dienten bei uns dem Zweck, zu irgendeinem abgelegenen Strand zu kommen, und das kann ich nur empfehlen, denn das Baden und Entspannen ist die beste Belohnung. Wer trotzdem auch reine Wanderungen unternehmen möchte, dem/der empfehlen wir die Routen ab und bis Beli, die Wanderung auf den zweithöchsten Berg von Cres, der Olivenwanderweg von Cres-Stadt sowie Küstenwanderungen.

Eichenwald bei Beli auf Cres

Beli ist das Wanderzentrum der Erhebung Cres, und dies aus gutem Grund. Alte Wanderstrecken wurden hier thematisch komplett überarbeitet und erweitert. Wir empfehlen, die eigene Wanderroute so aufzubauen, dass mehrere der farblich markierten Wege Teil des Tracks sind, denn alle Wege haben ein bestimmtes Thema und mit einer Mischung der Wege haben Sie viel Abwechslung (es lohnt sich, Komoot oder eine andere Routen-App dabei zu haben). Unsere Tour bestand aus insgesamt vier farblich gekennzeichneten Wegen, sodass wir das Meer und die alten Eichen gesehen haben, alte Ruinen und Denkmäler, ein komplett verlassenes Dorf, eine tiefe, natürliche Steinhöhle, völlig unterschiedliche Wälder und einige Tiere, wie Rehe, Vögel, Eidechsen, Schlangen (nicht giftig!), Insekten und Schafe. Auch Geier haben wir gesehen – sie befinden sind nur in diesem Teil der Insel. Zum Schluss ging es durch eine kleine Schlucht mit einem herrlichen Blick auf Beli.

Wilder Salbei auf Cres

Der höchste Berg von Cres ist nur 10 m höher als der, auf den zu wandern wir empfehlen, ersterer liegt nämlich so, dass man keine gute Aussicht hat. An der Abbiegung von der D100 (Hauptstraße von Cres) nach Beli, kommt man an einem kleinen Parkplatz vorbei, der Ausgangspunkt für diese Wanderung zum zweithöchsten Berg der Insel Cres ist. Die Wanderung sollte nicht unterschätzt werden – doch sie lohnt sich. Der Berg heißt Sis, ich nenne ihn aber den Salbeihügel von Cres, denn der komplette Berg ist von Salbei bewachsen. Und überall laufen einzelne Schafe herum – FleischliebhaberInnen könnten meinen, die Schäfer bringen sie schon zum Vorwürzen dorthin… Oben angekommen eröffnet sich einem die vielleicht schönste Aussicht der gesamten Erhebung Cres (siehe Titelbild ganz oben).

Um Cres-Stadt herum liegen die größten Olivenhaine der Insel – Sie sehen sie, egal von welcher Seite aus sie zur Hauptstadt fahren. In diesen Hainen wurden mehrere Wanderwege mit sehr interessanten Tafeln zur Olivenölherstellung der Insel angelegt. Der Weg lohnt sich – man kann die Tour kurz gestalten oder lang. Wir selbst haben uns für einen Mittelweg entschieden und haben keinen Rundgang gemacht, sondern sind quer durch den riesigen steinigen Hain gewandert, dann zum Meer abgebogen und dann an der Strandpromenade entlang zurück in die Altstadt von Cres gewandert, wo wir uns mit einem guten Essen belohnt haben.

Thymian auf Wanderweg auf Cres

Was Sie auf jeden Fall tun können: Entdecken Sie die Natur um Ihr Urlaubsdorf herum auf eigene Faust. Was wir so entdeckt haben, haben wir in keiner Beschreibung bisher gefunden: Wege, an deren Rand links und rechts wilder Thymian wächst, sodass man die ganze Zeit von diesem wundervollen Duft berauscht war. Steinmauern alter Olivenhaine, die heute gar nicht mehr beerntet werden. Küstenfelsen, die natürliche Badewannen geworden sind, sodass man an der dort rauen Küste ein kurzes Bad nehmen kann. Eine Kirchenruine und weit und breit keine Menschen. Dafür aber überall Schafe und ihre Spuren. Was werden Sie entdecken?

Ich denke, die wunderbare Symbiose der Schafe und Olivenhaine, beides das wahre Herz der Insel Cres, ist das interessanteste, das man hier entdecken kann. Lassen Sie sich auf die Insel ein.

Sport und Fitness

Street Workout in Cres-Stadt

Street-Workout ist bisher nur in Cres-Stadt möglich (und in Mali Lošinj, aber das liegt ja genau genommen nicht auf Cres). Es ist ein einfacher Park, der aber alles bietet, was man braucht. Die Lage des Street-Workout-Platzes ist grandios: Direkt an der Strandpromenade, am Meer.

Zum Joggen ist Cres-Stadt wahrscheinlich die beste Wahl, denn hier gibt es die sehr lange Strandpromenade an der Hafenbucht entlang, die sich zum Joggen bestens eignet. Die meisten anderen Wege sind entweder stark befahrene Asphaltstraßen, mit viel Geröll behaftete „Feld“-, Olivenhain- und Waldwege oder Wanderwege mit ebenfalls Geröll und starken Steigungen.

Fahrradfahren

Auch wenn Kroatien tolle Fahrradstrecken bietet – Cres gehört leider (noch) nicht dazu. In Cres-Stadt nutzen einige Menschen das Fahrrad, vor allem um an der Strandpromenade entlang zu kommen, die doch recht lang ist. Wer ein Mountainbike mitbringt, wird auf den Waldwegen um Beli auf seine oder ihre Kosten kommen, allerdings ist das Gebiet zum Radfahren recht klein. Ansonsten bietet die Insel nicht viel fürs Radfahren an – von ein paar kleineren Wegen mit dem Mountainbike abgesehen. Auch der häufig angepriesene Weg zwischen Lubenice und Cres-Stadt ist nur mit einem Mountainbike befahrbar. Wir selbst hatten Gravelbikes mit, allerdings ist das Geröll auf Cres so grob, dass es keinen Spaß macht. Wir haben drei Touren gemacht und alle schiebend und mit mehreren Platten irgendwann frustriert abgebrochen: Einige auf Karten eingezeichnete Wege entpuppen sich erst nach vielen Kilometern als abgesperrte Privatwege, sodass man umkehren muss; ein Weg, der erst befahrbar aussieht, wird bald unfahrbar und man schiebt mehrere Kilometer. Die einzige Möglichkeit, die man also hat, sind die Straßen – aber die D100 ist stark befahren und macht daher nicht viel Spaß (aber dort sieht man ab und zu Rennradfahrende), und alle anderen Straßen münden bald in eine Sackgasse zum Meer. Sehr positiv hervorzuheben sind Trinkwasserbrunnen, die an den Hauptverkehrswegen kostenfrei zur Verfügung stehen. Und eine Tour mit dem Gravelbike hat tatsächlich wirklich viel Spaß gemacht, die auf den Televrin-Gipfel von Lošinj: Man fährt auf der D100 bis nach Osor, überquert den Kanal und nimmt dann bald auf Lošinj eine gut in Stand gehaltene, lange Schotterstraße hoch zum Gipfel des Bergmassivs Osorscica. Die Aussicht von dort ist atemberaubend.

Schnorcheln

Schnorcheln kann man auf Cres sehr gut. Am besten geht das dort, wo viel Kies ist, also z. B. am Strand von Lubenice, am Pod Sadič von Ustrine oder an den hinteren (weniger frequentierten) Stränden von Valun.

Ziplining

Ziplining stellt ein tolles Adrenalin-Abenteuer dar und Sie können es am Strand von Beli unternehmen. Zuerst wird einem die Sicherungsausrüstung nach Vorschrift angelegt. Dann wird man in einem kleinen Auto zu einer höher gelegenen Stelle gefahren und bekommt dort letzte Anweisungen. Nun geht es los: Sie „fliegen“ über den kleinen Hafen von Beli, über das Meer, können den Badenden zuschauen oder auf die Kvarner Bucht schauen – und schon sind Sie am anderen Ende der Bucht, wo Sie von einem Mitarbeiter in Empfang genommen werden. Großartig!

Kulinarisches

Tintenfisch Kulinarik auf Cres

Als Genussmenschen waren wir jeden Tag irgendwo essen. Mein Freund hatte sich vorgenommen, jeden Tag auf irgendeine Art zubereiteten Tintenfisch zu essen – und hat es mit Leidenschaft durchgezogen. Die Creser Küche bietet im Meeresbereich so viel, dass Sie immer von unzähligen Fisch- oder Meeresfruchtgerichten wählen können. Ob gegrillt, gerollt, auf der Pizza oder auf der Pasta – irgendetwas findet sich immer. Erwähnt werden muss hier auf jeden Fall auch Schafsfleisch – die Spezialität von Cres. Probieren Sie es, Sie werden es nicht bereuen. Aufgrund der nicht nur geographischen sondern auch historischen Nähe zu Italien, ist auch die italienische Küche sehr wichtig für Cres, und sie ermöglicht, dass Sie auch ausreichend vegetarische und vegane Gerichte genießen können. Auch der typisch kroatische Schafskäse kann probiert werden – er wird in Speisekarten häufig als Pecorino geführt, ist aber eigentlich Paški Sir und stammt von der kroatischen Insel Pag.

Restaurants

Aromagarten in Mali Losinj

Es gab kaum ein Restaurant, das uns nicht gefallen hat. Am besten fanden wir das Essen in Restaurants, die alleinstehend waren, also nicht links und rechts andere Restaurants hatten. Vier Restaurants möchten wir hier besonders lobend erwähnen:

Das bekannteste davon ist das Konoba Bonifacic in Osor. Man sieht es aufgrund der vielen tollen Bepflanzungen vom Fußweg aus kaum. Man isst unter einem Weinrebendach, zwischen tollen lokalen Pflanzen, und das Essen ist einfach fantastisch.

Die anderen drei Restaurantempfehlungen beziehen sich auf Dorfrestaurants. Fast jedes Dorf auf Cres hat ein Restaurant und Sie können dort bedenkenlos essen – das Essen hat eine sehr hohe Qualität und ist regional. An erster Stelle sei das Lokal unseres Feriendorfes Miholašćica erwähnt: Das Restaurant Mareta ist familiengeführt und als Aperitif erhält man kostenlos eine deliziöse Kleinigkeit. Das Essen, das von sehr netten Familienmitgliedern serviert wird, ist wunderbar. Dann wäre da noch das Nonina Konoba in Stivan: Die inhabende Familie hat es geschafft, neben traditionellen Gerichten hier regionale Produkte auch in Speisen zu verarbeiten, die wir kaum in anderen Restaurants der Insel gefunden haben – wir wollten am liebsten die komplette Karte durchtesten, großes Kino! Und wer mit Familienmitgliedern unterwegs ist, die auch mal italienisch essen wollen, geht in die Gostionica Zaglav in Miholašćica; hier speisen sehr viele Einheimische, denn es gibt eine tolle und leckere Auswahl an italienischen und kroatischen Speisen. Die Restaurantpreise sind auf Cres übrigens alle recht ähnlich.

Wer Süßes mag, sollte auf jeden Fall nach Mali Podol (auf dem Weg nach Lubenice) fahren. Das Schild „Feigeneis“ ist nur das Tor zu den wundervollsten Überraschungen überhaupt. Machen Sie es sich auf einer kleinen Holzbank gemütlich und genießen Sie das selbstgemachte Eis aus nur minimalen Zutaten. Was Ihnen danach angeboten wird, ist eine Überraschung, denn die Inhaberin und ihr Mann bieten jeden Tag unterschiedliche Leckereien an – nur eins ist immer sicher: Es besteht aus Aromen der Insel Cres, denn diesen hat sich Frau Heckl verschrieben – sie kann Ihnen auch genau sagen, was es auf der Insel tatsächlich gibt und welche Aromen eher vom Festland kommen. Wir selbst bekamen zwei verschiedene Limonaden und den leichtesten Minzkuchen, den ich je gegessen habe – und dies sogar vegan. Welche Aromen durften Sie genießen?

Flora und Fauna

Pflanzen

Auf Cres habe ich mich die ganze Zeit wie in einem Garten gefühlt, nur dass es kein Garten sondern eine große Insel ist. Auf Ihren Spaziergängen durch die Orte kommen Sie an riesigen Rosmarinbüschen vorbei, an Olivenbäumen und an Granatapfelbäumen. Die Terrassen einiger Häuser sind mit Wein überdacht und wenn Sie kurz an einem Aussichtspunkt halten, entdecken Sie Disteln mit lilafarbenen und gelben Blüten. Auf den Klippen wachsen Pflanzen, die Sie wahrscheinlich noch nie in Ihrem Leben gesehen haben und vor Wohnhäusern wachsen Orangenbäume und Büsche mit den schönsten Farben. Wanderungen gleichen einem Kräutersalzbad, denn Sie erreicht nicht nur eine Brise vom Mittelmeer, sondern um Sie herum wächst – je nachdem, wo sie sind – ein Meer aus Salbei oder Thymian. Was Sie auf Ihren Wanderungen auch sehen werden, sind jahrhundertealte Eichen, die von der Abholzung für den Bau von Venedig verschont geblieben sind.

Tiere

Am beeindruckendsten fand ich es, Gänsegeier zu sehen. Sie leben nur im Norden von Cres, in der Gegend von Beli. Beliebt sind auch die Damhirsche im Süden der Insel (im Waldgebiet bei Punta Križa). Wahrscheinlich brachten die Römer dieses Tier aus Eurasien mit. Die Damhirsche, die wir gesehen haben, trugen Ende August noch ihr Winterhaarkleid, was ein Zeichen für Erkrankung und Mangelnahrung ist. Auf Cres gibt es mehrere Schlangen, aber keine Giftschlangen. Einige Tiere auf Cres, v. a. auch Vogelarten, gehören zu den bedrohten Tieren. Was Sie überall sehen, sind Schafe. Sie laufen frei herum, daher achten Sie bei Wanderungen bitte darauf, die Tore zu schließen, durch die Sie gehen. Mehr über die Schafzucht erfahren Sie im Schafmuseum in Lubenice. Dort können Sie auch hochwertige Filzsouvenire erwerben. Wer zum Sonnenuntergang unterwegs ist, kann zuschauen, wie leicht die Schäfer es jeden Abend schaffen, ihre weit verstreuten Schafe wieder zusammenzupfeifen.

Gut zu wissen

Hafen von Cres-Stadt

Sprache

Kroatisch ist die Amtssprache in ganz Kroatien, aber auf Cres wird auch Italienisch bzw. Venezianisch von fast allen BewohnerInnen gesprochen und verstanden. Da es viele deutsche und österreichische Urlauber und Urlauberinnen auf der Insel gibt, können Sie sich vielerorts auch mit Deutsch und auch Englisch verständigen.

Geld und Bezahlmöglichkeiten

Die Währung heißt Kuna. Es gibt vor vielen Supermärkten Geldautomaten, allerdings sind diese meist gebührenpflichtig. In der Innenstadt von Cres-Stadt gibt es weitere Geldautomaten, die abhängig von Ihrem Geldinstitut kostenlos sein können. In einigen Geschäften und Restaurants können Sie nur bar zahlen, weil die Anschaffung und Unterhaltung eines Kartengeräts teuer ist und sich oft nicht rentiert, weil viele CreserInnen mittlerweile nur noch in der Hauptsaison auf der Insel leben und ihre Geschäfte öffnen, während Cres in der Nebensaison fast leer ist.

Recycling

Die Insel Cres hat ein ausgesprochen gutes Recycling-System. Es wird genauso getrennt wie in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Auch Flaschenpfand gibt es, allerdings für weniger Geld und die Abgabe ist etwas umständlich: Es gibt bisher keine Pfandautomaten, sondern Sie geben die Flaschen bei den Supermarktangestellten ab. Trotzdem: Bitte unterstützen Sie die Insel und achten Sie z. B. in Ihrer Ferienwohnung stets auf die Mülltrennung und nehmen Sie sich in Ihrem Urlaub die Zeit, Ihre Flaschen beim Supermarkt abzugeben – Sie haben ja Zeit 🙂

Radio

Die meisten Radiosender, die auf Cres empfangen werden, sind italienische, oder sie bringen dieselben 0815-Lieder wie bei uns. Unsere Empfehlung daher: HRT-PU. Es ist ein kroatischer Sender, der hauptsächlich kroatische Musik spielt – und zwar alle möglichen Genres: traditionelle Musik, Volksmusik, Hard Rock, Pop u. s. w. Eine tolle Mischung und eine weitere großartige Möglichkeit, Ihren Urlaubsort kennenzulernen.

Unsere Koffer für den Rückweg duften nach Lavendel und sind vollgestopft mit Olivenöl, Wein, Buchumschlägen aus Schaffell, Besteck aus Olivenholz, Marmelade, Honig und Olivenpaste. Ich werde diesen tollen Urlaub mitsamt den Düften nie vergessen und hoffe, dass Sie einen ebenso schönen Aufenthalt auf Cres haben werden.

Aussicht auf Meer Kvarner Bucht

Stellen Sie gern Fragen im Kommentarbereich und teilen Sie auch Ihre Erfahrungen von Cres.

Literaturempfehlung

Bauer, Angeline (2018): Cres und Lošinj. Der praktische Reiseführer für Ihren Inseltrip. Grassau: arp.

Heckl, Claudia (2018): Und wie ist es im Winter? Mali Podol: Heckl.

Schäf, Michael (2005): Streifzüge auf Cres und Lošinj. Gesichter einer kroatischen Adriainsel 1. Bochum: Schäf.

Fremdenverkehrsämter

Cres: www.tzg-cres.hr/de/

Kroatien: croatia.hr/de-DE

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Corona-Update und Tipps für Reiseveranstalter

Ende Dezember 2019 wurde der erste Fall des neusten Corona-Virus, SARS-CoV-2, in China in der Region Wuhan diagnostiziert. Dieser breitete sich rasant auf der ganzen Welt aus. Laut der Johns-Hopkins-Universität (27.03.2020) sind heute weltweit 176 Länder von der Pandemie betroffen. Wie kann die Reisebranche damit umgehen? Und wann ist ein Ende in Sicht?

Der deutsche Virologe Christian Drosten von der Charité Berlin und der deutsche Arzt und Biochemiker Alexander Kekulé äußerten und äußern sich sehr tiefgründig zur aktuellen globalen Situation.

Im Podcast Kekulés Corona-Kompass vom Mitteldeutschen Rundfunk sagt Kekulé (MDR 23.03.2020), dass sich 60-70% der Bevölkerung mit dem Virus infizieren müsste, um eine Herdenimmunität zu erreichen. Einmal infiziert, ist man „wahrscheinlich für den Rest der Pandemie immun […], [f]ür ein paar Jahre“ (Schumann 20.03.2020), teilte Drosten der Zeit in einem Interview mit.

Aber was bedeutet „für den Rest der Pandemie“?

Viele Wissenschaftler*innen, unter anderem Drosten und Kekulé, sind sich einig, dass es noch zu früh ist, die Dauer der Pandemie einzuschätzen. Laut Drosten (cf. Schumann 20.03.2020) und Kekulé (MDR 24.03.2020) wird es Ostern wahrscheinlich genug Daten geben, um die Wirksamkeit der bisherigen Maßnahmen sowie die weitere Ausbreitung des Virus besser zu bewerten. Daraus leiten sich dann auch Konsequenzen für die Ausweitung oder Rücknahme von Maßnahmen ab, darunter die Mobilität und Reisefreiheit der Menschen.

Was macht Hoffnung?

Drosten (NDR 25.03.2020) verwies im Podcast Das Coronavirus-Update mit Christian Drosten auf einen Antikörpertest. Es wird vermutet, dass Antikörper des SARS-CoV-2 wie bereits beim ersten SARS-CoV noch mehrere Jahre nach der Erkrankung im Körper nachzuweisen sind. Ein Antikörpertest kann demnach anzeigen, ob man Covid-19 bereits hatte und folglich schon immun ist. Dieser Test wird bisher nur in Laboren verwendet, für den privaten Hausgebrauch könnte dieser aber in 2-3 Monaten verfügbar sein, so die Vermutung von Drosten (NDR 25.03.2020). In einer weiteren Folge (NDR 17.03.2020) spricht Drosten von einem in der Entwicklung befindlichen Antigentest, der wie ein Schwangerschaftsschnelltest funktioniert. Drosten vermutet, dass so ein Test in ein paar Wochen oder Monaten frei verkäuflich sein wird, sodass sich alle selbst auf das Coronavirus testen können (cf. NDR 17.03.2020 & 25.03.2020).

Beide Tests als Massenprodukt auf dem freien Markt sollten mehrere Vorteile mit sich bringen:

  • Diejenigen, die Erkältungssymptome haben, aber nicht getestet werden, könnten sich selbst testen und würden bei einem Positivtest vermutlich viel strenger die Isolierungsregeln einhalten, was wiederum die Ansteckung senkt und die Ausbreitung verlangsamt.
  • Die Krankenhäuser, deren Überlastung ein Hauptgrund für die strengen Maßnahmen sind, würden entlastet werden, da nicht infizierte Patient*innen wegbleiben, infizierte Patient*innen der Risikogruppen aber evtl. in einem früheren Krankheitsstadium ins Krankenhaus gehen, sodass die Maßnahmen schneller ergriffen werden können.
  • Durch den Antikörpertest können positiv Geteste evtl. früher ihre Arbeit wieder aufnehmen und wieder mobiler werden, da sie wissen, dass sie immun sind. Entscheidungen darüber liegen natürlich in den Händen der Politik.

Weiterhin entwickeln mehrere Pharmaunternehmen derzeit einen Impfstoff gegen SARS-CoV-2. Dieser wird wahrscheinlich im Frühjahr 2021 auf dem Markt einsatzbereit sein. Nach Kekulé (MDR 23.03.2020) wird es dann zu einer weitreichenden Erholung der Pandemie kommen.

Mit Hilfe der erwähnten Tests könnte die von Humanmediziner*innen wie Karl Lauterbach (Kolhoff 2020) prognostizierte zweite Virus-Welle im Herbst weniger stark ausfallen.

Wie ist die Lage für Reisen nach Nordamerika?

Auch die USA sind bereits in den Fokus der Corona-Krise gerückt. Dabei ist zu bemerken, dass New York City das Epizentrum der Pandemie in den Vereinigten Staaten ist, nicht zuletzt durch die Einreisenden aus der ganzen Welt. Aufgrund des exponentiellen Anstiegs der Infizierten wurde am 13. März 2020 vorerst für 30 Tage ein Einreiseverbot für die meisten Ausländer und Ausländerinnen (cf. Auswärtiges Amt 26.03.2020). Update vom 30.04.2020: Einreiseverbot in die USA wurde auf unbestimmte Zeit verlängert (cf. Auswärtiges Amt 15.04.2020).

Die Grenzen zu Kanada sind ebenfalls für alle nicht wesentlichen Reisen bis zum 30. Juni 2020 für alle Länder der Erde, bis auf die USA (gewisse Einschränkungen), geschlossen (cf. Government of Canada 27.03.2020).

Was bedeuten die drastischen Maßnahmen für den globalen Tourismus?

Der Tourismus ist einer der am stärksten betroffenen Sektoren der Corona-Krise. Die World Tourism Organization der Vereinten Nationen (UNWTO 2020) betont, dass es noch zu früh sei, um die Auswirkungen auf den weltweiten Tourismus richtig abschätzen zu können. Bei einigen Prognosen wird sich oft an der SARS-1-Krise von 2003 orientiert. Wie im Podcast erwähnt, ist ein Vergleich aber sehr gewagt, da sich die beiden SARS-Viren in bestimmten Punkten, wie der Infektiosität, unterscheiden (cf. NDR 24.03.2020).

Was können Reiseveranstalter tun?

In Anlehnung an die „recovery and resilience strategy“ von Eran Ketter (ITB 2020) und unter Berücksichtigung bisheriger wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie Strategien, die bei manchen Veranstaltern bereits angewendet werden, haben wir vier Punkte für Sie näher definiert, die Sie als Reiseveranstalter in der derzeitigen Lage umsetzen können, um trotz finanzieller Einbußen hoffentlich als starkes Unternehmen aus der Krise heraustreten zu können:

  1. Informieren

Wir empfehlen, sich mit der aktuellen Situation, den Zahlen und (wissenschaftlichen) Fakten vertraut zu machen, damit Ihr Unternehmen zielsicher agieren und Entscheidungen treffen kann.

  1. Destinations-Marketing

Überlegen Sie, wie Sie ohne große finanzielle Mittel, also v.a. online, ihre Destinationen weiter vermarkten können. Nutzen Sie das Fernweh, das viele Menschen gerade jetzt befällt (siehe ein schöner Artikel dazu), und bieten Sie ihnen Bilder und Videos, in denen die Zuhausebleibenden die Überbrückungszeit gut überstehen können und vielleicht neue tolle Reiseideen entwickeln.

  1. Nachfrage

Wer auch Reisen im eigenen Land anbietet, sollte den Fokus vorerst darauf legen. Bei einem Portfolio mit Reisen außerhalb Deutschlands, Österreichs oder der Schweiz ist es gut, sich auf Gebiete zu konzentrieren, in denen es wenige Fälle und gute Prognosen gibt. Hier ist zu beachten, dass von Kekulé (MDR 23.03.2020) angenommen wird, dass die Pandemie in den Sommermonaten von der Nordhalbkugel in die Südhalbkugel wandert, da dann dort Winter ist.

  1. Positives Image

Einbeziehen der Kund*innen im Social Media, neue Strategien und Kooperationen, Flexibilität bei Buchungen und ihre Hilfeleistungen in Zeiten wie diesen – all dies schützt und stärkt Ihr positives Image:

  • Über Social-Media-Kanäle können Sie die Kunden und Kundinnen mit einbeziehen, indem diese beispielsweise Urlaubsbilder von vergangenen Reisen mit der Community teilen. Erleben Sie das Fernweh und die Vorfreude auf zukünftige Reisen gemeinsam.
  • Denken Sie über flexibles Buchen nach. Wenn man der Kundschaft attraktive Stornierungsbedingungen anbietet, sind diese sehr viel mehr ermutigt, eine Reise für den Sommer zu buchen. Vergleichen Sie hierfür die Konditionen der Hotels und anderer Partner. Die Konditionen bei MISA Tours International erfahren Sie unter info@culture-mondial.com sowie ganz hinten im Katalog.
  • Reisende, die über einen Reiseveranstalter gebucht haben, merken gerade jetzt, dass sie von Ihnen sehr gut betreut werden und demnach die richtige Wahl getroffen haben. Auch Sendungen über Reiserecht betonen, dass diejenigen Vorteile haben, die ihre Reise nicht selbst gebucht haben, sondern die ihre Leistungen durch einen Reiseveranstalter beziehen. Rücken Sie diesen Vorteil zukünftig stärker in den Vordergrund. Vielleicht kann so eine große Kundschaft von Menschen neu gewonnen werden – vor allem die Jüngeren, die in den vergangenen Jahren stärker auf individuelle Buchungen gesetzt haben.
  • Weiterhin raten wir dazu, die Zeit momentan für neue Kooperationen, neue Investments oder das Überdenken der Unternehmensstrategie zu nutzen. Online-Fortbildungen wären hier auch als Möglichkeit der Zeitüberbrückung zu nennen.

Im Namen unserer Kooperationspartner wünschen wir Ihnen alles Gute für diese Zeit. Bei Fragen stehen wir jederzeit gern zur Verfügung. Bleiben Sie gesund und stark.

 

Bibliographie

Auswärtiges Amt (26.03.2020): „USA / Vereinigte Staaten: Reise- und Sicherheitshinweise“, in: Auswärtiges Amt <https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/usa-node/usavereinigtestaatensicherheit/201382#content_0> [27.03.2020].

Auswärtiges Amt (15.04.2020): „USA / Vereinigte Staaten: Reise- und Sicherheitshinweise“, in: Auswärtiges Amt <https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/usa-node/usavereinigtestaatensicherheit/201382#content_0> [30.04.2020].

Government of Canada / Gouvernement du Canada (27.03.2020): „Coronavirus disease (COVID-19): Canada’s response“, in: Canada.ca. The official website of the Government of Canada <https://www.canada.ca/en/public-health/services/diseases/2019-novel-coronavirus-infection/canadas-reponse.html> [27.03.2020].

ITB Berlin (2020): „Coronavirus Outbreak: Effetcs on Global Tourism and Successful Recovery and Resilience Measures“, in: Messe Berlin (ed.): ITB Virtual Convention (= ITB Online Convention) <https://www.itb.com/VirtualConvention/> [27.03.2020].

Johns-Hopkins-University (27.03.2020): „Coronavirus COVID-19 Global Cases by the Center for Systems Science and Engineering (CSSE) at Johns Hopkins University“, in: Johns Hopkins University & Medicine. Coronavirus Ressource Center <https://coronavirus.jhu.edu/map.html> [27.03.2020].

Kolhoff, Werner (08.03.2020): „Wir werden mindestens 12 Monate mit Corona zu tun haben“, in: Saarbrücker Zeitung <https://www.saarbruecker-zeitung.de/nachrichten/politik/inland/spd-gesundheitsexperte-lauterbach-rechnet-mit-zweiter-corona-welle-im-herbst_aid-49438171> [27.03.2020].

Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) (23.03.2020): „Kekulé #7 Viel zu früh für Optimismus“, in: Kekulés Corona-Kompass <https://www.mdr.de/nachrichten/podcast/kekule-corona/kekule-fuer-optimismus-zu-frueh100.html> [27.03.2020].

Norddeutscher Rundfunk (NDR) (17.03.2020): „(15) Infizierte werden offenbar immun“, in: Das Coronavirus-Update mit Christian Drosten <https://www.ndr.de/nachrichten/info/15-Infizierte-werden-offenbar-immun,audio654608.html> [27.03.2020].

Norddeutscher Rundfunk (NDR) (25.03.2020): „(21) Antikörpertests kommen bald“, in:  Das Coronavirus-Update mit Christian Drosten <https://www.ndr.de/nachrichten/info/21-Antikoerpertests-kommen-bald,audio658532.html> [27.03.2020].

Schumann, Florian (2020): „Wir müssen jetzt die Fälle senken. Sonst schaffen wir es nicht“, in: Zeit Online < https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2020-03/christian-drosten-coronavirus-pandemie-deutschland-virologe-charite> [27.03.2020].

World Tourism Organization (UNWTO) (17.03.2020): „Tourism and Coronavirus Disease (Covid-19)“, in: World Tourism Organization <https://www.unwto.org/tourism-covid-19-coronavirus> [27.03.2020].

Bild: c by Michael Schreiber

Auf der Walz / Em deambulação

Sind sie dir auch schon einmal aufgefallen? Schwarzer Hut, Weste, Schlaghose – junge Menschen mit diesem Outfit sieht man seit ein paar Jahren wieder häufiger in Städten oder an Autobahnauffahrten Deutschlands. Welche Geheimnisse es bei den Wandergesellen zu finden gibt – und welche nicht – erfahrt ihr in diesem Artikel: http://www.goethe.de/ins/pt/lp/prj/toa/kul/suk/de16764979.htm

Será que também já deste alguma vez por eles? Chapéu preto, colete, calças à boca de sino – jovens com esta indumentária voltaram a ser cada vez mais vistos nos últimos anos na Alemanha, nas cidades e nos acessos às autoestradas. Os segredos que se pode chega a saber dos aprendizes deambulantes – e estes que não se pode chega – pode ler neste artigo: https://www.goethe.de/prj/ger/ptpt/kre/21773078.html

Sammelband „Inklusion in Kanada“

Im Beltz-Verlag ist nun der Sammelband über Inklusion in Kanada mit einem Artikel von mir erschienen.

Kanada ist federführend beim Thema „Bildung für alle“. In dem Buch werden nicht nur verschiedene Beispiele aus Kanada vorgestellt, sondern die schulische Inklusion dort auch mit der in Deutschland verglichen.

In meinem Beitrag „Kulturbedingte Herausforderungen für schulische und gesellschaftliche Teilhabe in indigenen Reservaten Kanadas: Das Beispiel des Atikamekw-Dorfes Manawan in Québec“ wird vor allem darauf eingegangen, wie das Bildungssystem in Quebec auf die Bedürfnisse der indigenen Kinder und Jugendlichen eingeht (oder auch nicht), und welche Möglichkeiten und tollen Initiativen die Indigenen in den Reservaten im Bereich Bildung haben, weil das kanadische Gesetz den Indigenen relative Autonomie im Bereich Bildung gewährt.

Ein Beispiel, das ich darin vorstelle, ist das Atikamekw-Wikipedia-Projekt, die weltweit erfolgreichste Wikipedia in einer indigenen Sprache.

Der Sammelband wurde von David Jahr und Robert Kruschel (beide von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) herausgegeben und erschien bei Beltz.

Jahr, David / Kruschel, Robert (eds.) (2019): Inklusion in Kanada. Internationale Perspektiven auf heterogenitätssensible Bildung. Weinheim: Beltz.

 

Nils Straatmann auf der Bühne_Bild von Uwe Lehmann

Poetry-Slam – Kunst, Hobby und Beruf / Poetry slam – arte, passatempo e profissão

Poetry-Slam ist ein Wettstreit von Dichter*innen, der in Deutschland viel Anklang findet. Doch was denken die Slammer selbst über dieses Format? In diesem Beitrag für das Goethe-Institut Portugal kommen zwei  bekannte Slam-Poeten aus Leipzig zu Wort.

Poetry slam é uma competição de poesia que se populariza muito na Alemanha. Mas o que é que @s poetry slammers pensam eles mesmos de essa formata? Neste artigo para o Goethe-Institut Portugal tomam a palavra dois slam poetas conhecidos de Leipzig.

Tourismus und Lissabon / Turismo e Lisboa

Wie hat sich Lissabon in den letzten sechs Jahren verändert? Welches neues Tourismuskonzept ist zu spüren und wie beeinflusst es das Stadtbild und die Lebensqualität in der portugiesischen Hauptstadt? Diese Fragen habe ich in einem Artikel für das Goethe-Institut Portugal beantwortet.

Como é que Lisboa mudou nos seis anos passados? Qual é o novo concepto turístico que se pode sentir e como é que influencia a imagem da cidade e a qualidade de vida na capital portuguesa? Respondi nestas perguntas num artigo para o Goethe-Institut Portugal.

Religious and general fasting

I grew up in Germany, a country which is characterized by Christianity and Judaism. In recent times, also Muslim traditions become more and more familiar to me. Among many other things, one common practice in many religions is fasting. Why do people fast? Is it an only religious motivation or do people fast for other reasons? What does fasting do to people? Here are some facts and some thoughts on this topic.

Neue Heimat: Käse

Fasting is the abstinence or reduction from certain or all food, drink or other substances, for a period of time. In Ancient Egypt fasting was known. The fasting culture in this part of the world included for example the abstinence of fish dishes during the spawning period. The fasting period of 40 days was probably adopted by the Egyptian Copts from their ancestors.

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The best known fasting in the Christian religion is the forty-day Lent fast before Easter. It reminds on the 40 days which Jesus Christ spend fasting and praying in the dessert. Traditionally it’s a fasting of meat. The reformation relaxed this Lenten season. Today, many Christians fast special habits which crept in their daily routing, like eating sweets or watching TV.

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Fasting for Jews means completely abstaining from food and drink, including water. Traditionally observant Jews fast six days of the year. With the exception of Yom Kippur, fasting is never permitted on Shabbat. Yom Kippur (also known as Day of Atonement) is considered to be the most important day of the Jewish year and fasting as a means of repentance is expected of every Jewish man or woman.

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In Islam, fasting is the fourth of the Five Pillars and involves fasting during the holy month of Ramadan, which is probably the most known fasting period in the world. In this holy month, Muslims are prohibited from eating and drinking (including water) and other substances from from fajr (dawn) until maghrib (sunset). As I know from some friends, also physical pleasures (even kissing) are prohibited. The Qur’an states that fasting was prescribed for those before them (i.e., the Jews and Christians) and that by fasting a Muslim gains taqwa, which can be described in one word as ‚Godconsciousness‘ or ‚Godwariness‘. Fasting is believed to help promote chastity and humility and prevent sin, the outburst of uncontrolled lusts and desires and far-fetched hopes.

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There are many other religions having fasting traditions, but I only mention here the three main religions. Today – besides medical or healthy fasting – fasting is often used as a tool to make a political statement. In recent times I remind on the hunger strikes in European refugee camps to protest against the conditions in many of these camps, or hunger strikes by Canadian women to draw attention to the disappearance of many First Nations women in the past decades.

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I don’t want to discuss political or medical reasons of fasting, but focus here on spiritual reasons. During the Christian Lenten period (which ended last Saturday), I reflected religious fasting reasons. The question I always ask is the question concerning the cause. „Because my religion tells me to fast“ should not be an answer. At the beginning, at least hundreds of years ago, there must have been a cause. Sure, the Qur’an, Torah and Bible give us some causes and reasons, like being closer to God and the paradise, or atoning for our sins. But what does this mean? Maybe the answer is in the fasting action itself. When we do not eat meat, we remember that meat is luxury, that there won’t be meat forever and that we have to take care of the animals and our nature. When we fast TV, we find back time for ourselves, to think, to watch the world, to talk to our families and friends – we find back to ourselves and to the world and the universe. No matter what we fast – it is the time to go back to our roots and to the basis. Maybe this is what religions mean with being closer to God and the paradise – it is the time to reflect on what we did and do. Don’t fast for a religion, fast for yourself, rethink and go back to your roots, and this is the answer.

Leipzig – A city with book tradition

Leipzig (Germany) was once one of the major European centers of learning and culture in fields such as music and publishing and plays still an important role in these fields. How did this happen and which role does the Leipzig Trade Fair plays in this development?

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In the Middle Ages, Leipzig was the intersection of two very important trade roads of the Holy Roman Empire in Europe: Via Regia (from East to West) and Via Imperii (from North to South). Being located on this spot, Leipzig got endowed with city and market privileges in 1165 and opened its Trade Fair, an event of international importance. In 1409, the „Alma Mater Lipsiensis“ – the University of Leipzig – was founded as one of the first universities in Germany. In 1497, Leipzig received the title of Imperial Trade Fair and by that the monopoly for regional and long-distance trading. The city evolved from a regional trade place into an international trade fair site and played an important role especially in the East-West-trading. The Leipzig Trade Fair is the oldest remaining trade fair in the world.

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The inhabitants of Leipzig – characterized by the twice yearly trade fairs – were „through acquaintances and contact with the world and its inhabitants […] more cultured and enlightened than those in other German trading cities“ (Johann Gottfried Langermann, 1794).

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The world’s first daily newspaper appeared in Leipzig in 1650. In the 18th century, the city became the center for instructive journalism, alongside scientific journals there were also literary criticism and periodicals for women and children. In 1780, there was one writer for every 170 inhabitants in Leipzig (in Berlin it was 1:675). Censorship was in the hands of the City Council and the university and was therefore liberal. Without being hindered by the mandatory membership of a guild, as was the case elsewhere, publishers were able to control type foundries, printing works, book binding, publishing and the book trade, which led to the location of a large number of publishing houses in Leipzig.

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The free intellectual atmosphere made Leipzig the commercial book trade center of Germany, which had already surpassed the Frankfurt Book Fair in importance in the 17th century. It was only in 1945 when Frankfurt was able to take back the leading role as German book trade metropolis. Today, Leipzig is the second largest book fair in Germany and continues to grow every year since the unification of Germany in 1990. Welcoming 186,000 book fair visitors in 2015, last week (from March 17th to 20, 2016) there were 195,000 visitors.

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Why do so many people – professionals and consumers – come to the Leipzig Book Fair? What does Leipzig differ from Frankfurt? It’s the new profile. Today, the fair in Leipzig aims to be for the public, above all, and to emphasize the relationship between the authors and the fair’s visitors through readings. The new orientation is necessary to compete with Frankfurt Book Fair, which sees a much larger volume of industry trading. During the four-day fair Leipzig hosts over 1,800 events both in the city (see picture above) and at the fairgrounds, making it the largest events of its kind in Europe. The Leipzig Fair was one of the first to recognize the growing market for audiobooks and incorporate this trend into its concept. Hélia Correia, one of the most important Portuguese authors, told us in an interview that she usually does not accept invitations to book fairs because she doesn’t like the blatant advertising of the books; but she got told that the book fair in Leipzig was different, with a strong concentration on the texts and the readers, so she accepted to come to Leipzig and was happy about this decision because here she got the confirmation that it was true.

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Another very important part of the new Leipzig Book Fair is the Manga-Comic-Convention, the first event of the year for lovers of comics, manga, cosplay, Japan and games. The trade fairground provides an own hall for this event, but you can see the cosplayers everywhere. Cosplayers are mostly teenagers who wear costumes and act to represent a character of manga and anime, comic books and cartoons and video games as closely as possible to the original. This tradition comes from Japan.

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I had a great time on the fairground, even though it was tiring to walk through the mass of visitors. But the thousands and thousands of books from small and big publishers and the great readings from German and international authors compensated the stress in a wonderful way.

Und für alle, die dem Deutschen mächtig sind und mal lesen wollen, wie die Messe für den deutschen Autoren André Herrmann war (lebt in Brüssel), kann seinen sehr empfehlenswerten Blogartikel dazu lesen.